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Die Einwohner Neuseelands

Willkommen heissende Kiwis

Eine Reise nach Neuseeland hat viele Highlights - eines davon ist die Begegnung mit den Einwohnern. In einem multikulturellen Land wie Neuseeland fällt man kaum als Tourist auf und bekommt auch sonst viele Gelegenheiten zum Gespräch mit den Einheimischen. Zögern Sie nicht die Kiwis selbst anzusprechen, die Leute plaudern gerne mit Unbekannten und man kann mit ihnen sehr informell und mühelos reden. Die Kiwis behandeln die Dinge gerne unkompliziert und in den meisten Fällen gibt es keine Formalitäten (ausser in einem Marae, wo es unhöflich wäre, die Vorschriften nicht zu befolgen). Neuseeländer folgen der Regel "leben und leben lassen" (diese gilt allerdings nicht für Opossums, Fische und Wildschweine). Freundlich zu sein ist ein Teil ihrer Natur, sie “liegen fast horizontal” sagt ein Sprichwort - so entspannt sind sie!

Neuseeländer sind traditionell hilfreich gegenüber Reisenden und daran interessiert, wie einem Neuseeland gefällt und woher man kommt. Viele von ihnen sind selbst gereist oder haben Familie im Ausland. Manchmal erhält man sogar eine grosszügige Einladung zum Essen oder zur Übernachtung, eine gute Gelegenheit um einige dieser interessanten Lebensgeschichten zu hören, die die meisten zu erzählen haben. Dass sie am Rand der Welt wohnen bedeutet nicht, dass sie nicht modern oder gut informiert sind - im Gegenteil, die meisten sind gut ausgebildet und mögen es globale Fragen zu diskutieren. Manchmal hilft die Entfernung, um die grossen Zusammenhänge zu erkennen!

Hemdsärmlige Einstellung


Auf dem Land geboren und ohne Geld in den Taschen, weit entfernt von zuverlässigen Lieferungen, vom Rand der Zivilisation aus im Wettbewerb mit der Weltwirtschaft, diese Söhne und Töchter von Pionieren, Einwanderern und cleveren Bauern sind berühmt geworden für ihren Einfallsreichtum und ihre "Can-do, will-do"-Einstellung.

Ein Mangel an Ressourcen wird wahrscheinlich keinen anständigen Kiwi mit seinem eigenen Schuppen davon abschrecken, bei Notwendigkeit irgendetwas zu reparieren, bauen oder instandzuhalten.

"Give it a go", DIY ist hier ein Lebensmotto, wie sonst würde jemand erwägen mit einem Seil um seine Beine von einer Brücke zu springen oder aus alten Ersatzteilen ein Motorrad für einen Geschwindigkeitsrekord zusammenzubauen?

Die "Number 8 Wire"-Legende übertreibt nur leicht, dass ein Kiwi jedes Problem mit einem Standard-Zaundraht beheben kann. Weil sie selbstständig ihre Probleme lösen können sind sie keine Fans von Regeln und Autorität. Man muss ihnen nicht sagen, was zu tun ist: einfach die Hände schmutzig machen und los geht’s!

Dieses kleine Land hat seine Herausforderung gut angenommen und weiss, wie es seinen Platz in der Welt behaupten kann (oder zumindest in der "Southern Hemisphere"). Es war das erste Land, das schon 1893 das Frauenstimmrecht einführte und die heutigen emanzipierten Frauen geben immer noch ein gutes Vorbild ab. Die Sozialfürsorge-Gesetzgebung war ihrer Zeit seit dem "Old Age Pensions Act" in 1898 regelmässig voraus. Erfindungen beinhalten die Einwegspritze und die Betäubungspistole, die hocheffizienten runden Melkhallen, Bungy Jumping, das Jet-Boot, den BloKart und viele industrielle Fortschritte, nicht zuletzt die Hokey Pokey Eiscrème!

Lebensqualität

Neuseeland-GartenNeuseeland hat genug Platz für alle, einige der schönsten Strände der Welt, die Kiwis geniessen ihre Gärten und wie wunderbar alles wächst. Es ist definitiv ein Land mit unzähligen Möglichkeiten. Outdoor-Aktivitäten wie Angeln, Rugby, Laufen, Jagen, Segeln, Mountainbiken, Tennis, Golf, Wandern, Schwimmen, Surfen usw. sind sehr beliebt und jeder Neuseeländer könnte sich auf den zweiten Blick als ein echter Abenteurer entpuppen. Kinder werden ermutigt, aktiv an allen Arten von Sportveranstaltungen teilzunehmen, von Surf-Lebensrettungskursen zu Spass-Wettmärschen.

Und warum Überstunden wenn das Wetter gut ist anstatt Angeln zu gehen? Kiwis arbeiten sich die Karriereleiter selten nur des Geldes willen hoch, ohne Spass oder tiefere Befriedigung wenden sie sich oft plötzlich etwas völlig anderem zu, viele von ihnen haben mehrere völlig verschiedene Karrieren im Leben. Fischen in NeuseelandMit ehrenamtlicher Arbeit engagieren sie sich auch in ihren Gemeinden (15% helfen regelmässig in Vereinen oder Gruppen). Neuseeländer sind in der Regel stolz auf ihr Land und fühlen sich dafür verantwortlich. Dennoch lieben sie es ins Ausland zu reisen und Neuseeland für ihr "Big OE" (Overseas Experience) zu verlassen, per Rucksack durch Asien oder Europa oder für ein Jahr nach England um zu arbeiten. Danach kommen sie zurück und beginnen es wirklich zu schätzen, wo sie aufgewachsen sind, gründen eine Familie und verbringen ab sofort die Sommerferien beim Camping am Strand, komplett mit den Nachbarskindern, dem Kühlschrank, Boot und Grill.

Wie Neuseeländer leben

Etwas mehr als 4 Mio. Kiwis teilen sich ein Land so gross wie Grossbritannien, deshalb überrascht es etwas, dass rund 86% in städtischen Gebieten leben. 97% der Landfläche ist praktisch leer! Aber so städtisch wie die Kiwis heutzutage leben, sie teilen sich doch stolze 1,5 Mio. Häuser. Die meisten davon stehen auf einem eigenen Grundstück mit Garten und haben 3 Schlafzimmer. Auckland allein hat 1,3 Mio. Einwohner, aber die Stadt mit 440'000 Häusern erstreckt sich über fast 60 Kilometer!

Typische neuseeländische EinwohnerEinwohnerzahlen in den Städten (2013):

  • Auckland: 1'415'550
  • Christchurch: 341'469
  • Wellington: 190'956
  • Hamilton: 141'615
  • Dunedin: 120'246
  • Tauranga: 114'789
  • Lower Hutt: 98'238
  • Palmerston North: 80'079
  • Napier: 57'240
  • Porirua: 51'717
  • Invercargill: 51'696
  • Nelson: 46'437
  • Upper Hutt: 40'179

(Quelle: Statistics New Zealand)

Wo Neuseeländer herkommen

Sei es, dass der Urgrossvater mit einem Dampfer aus Schottland oder der Urahne während der grossen polynesischen Einwanderung mit einem Kanu angekommen ist, die Linie der Herkunft ist einem Kiwis meistens bekannt. Die einst bikulturelle Nation wird nun immer vielfältiger, wobei 2/3 aller Kiwis von Europa, 15% von Maori, fast 9% aus Asien und 6% von pazifischen Inseln abstammen. Auckland mit rund 190'000 “Pacific Islanders” ist praktisch Polynesiens Hauptstadt, wo mehr Tongaer leben als in Tonga. 37% der Aucklander wurden in Übersee geboren und auf eine Art und Weise waren alle Kiwis einst Einwanderer. Schliesslich wurde “das jüngste Land der Erde" als letztes überhaupt besiedelt.

Neuseeländer sind auch selbst umzugsfreudig, eine halbe Million Kiwis leben in Übersee, die meisten davon in Australien. Premierminister Robert Muldoon hat einmal gesagt, dass "Neuseeländer, die nach Australien auswandern, den IQ beider Länder erhöhen." Schade für die neuseeländische Wirtschaft, dass viele Hochqualifizierte im Ausland nach besseren Arbeitsplätzen und höheren Gehältern suchen. Andererseits kehren viele Expats dem Ausland wieder einmal den Rücken, sei es wegen ihrem Familienumfeld oder um dem höheren Arbeitsdruck zu entkommen. Sie kommen zurück mit verbesserten Fähigkeiten, wertvollen Erfahrungen und (hoffentlich) auch ein bisschen Geld auf dem Sparkonto.

Wie man sieht entwickelt sich auch Neuseeland langsam zu einer globalisierten, modernen und urbanen Gesellschaft. Aber machen Sie sich keine Sorgen, die echten Kiwis sind immer noch zu finden in all den wunderbaren Regionen, die es ebenfalls zu entdecken gibt!

Einige typische berühmte Kiwis

  • Sir Edmund Hillary: Einst ein Imker und unbeholfen im Sport, entdeckte er sein Talent zum Bergsteigen während einem Klassenausflug. 1953 stand er mit seinem Kumpel Tenzing Norgay auf dem Gipfel von Mount Everest. Sir Ed's Bescheidenheit war legendär, er hörte nicht auf zu klettern, erreichte den Südpol mit Hilfe von Traktoren und die Quelle des Ganges mit einem Jet-Boot, doch bei seinem Staatsbegräbnis im Jahr 2008 wurde er vor allem wegen seiner lebenslangen Wohltätigkeit gewürdigt. "Ich denke in gewisser Weise verkörpere ich den durchschnittlichen Neuseeländer: ich habe bescheidenen Fähigkeiten, kombiniere diese mit einem guten Mass an Entschlossenheit, und ich liebe es erfolgreich zu sein." "Es sind nicht die Berge, die wir erobern, sondern uns selbst."
  • Experiment: Teilchen werden von einem offenbaren Atomkern abgelenktSir Ernest Rutherford: Dieser in Nelson geborene Bauernsohn und Rugbyspieler mit einem unstillbaren Durst nach Wissen begann seine Studien unter einem Wellblechdach (Zitat: "Wir haben kein Geld, also müssen wir denken") und erntete für seine Arbeit später den Nobelpreis. Er beschrieb die atomare Struktur (Zitat über die Spaltung des Atoms: "Ich habe die Maschine zersprengt und den Geist der Materie berührt") und die Radioaktivität und war unter anderem im Jahre 1904 der erste, der das Alter der Erde durch die Messung des radioaktiven Zerfalls berechnete - damals eine heikle Theorie im Widerspruch zur Definition der Bibel.
  • Bruce McLaren: Aufgewachsen in einer Tankstelle Aucklands mit einem rennfahrenden Vater, sein Motto hiess Geschwindigkeit. Er wurde der jüngste Formel-1 Grand Prix-Sieger und blieb während den gesamten sechziger Jahren in den Top Ten. Sein mit der Ingenieurskunst kombiniertes Talent führte zum McLaren-Team, mit sich selbst als erstem Fahrer. Seitdem gewann dieses Team jeden vierten GP. Er starb bei einer Testfahrt im Jahr 1970.
  • Burt Munro's IndianBurt Munro: Geboren 1899 in Invercargill und fasziniert von Maschinen, arbeitete er 45 Jahre lang an seinem Motorrad, bis er etwa 250 Motorexplosionen später in der Bonneville Salzwüste mit 178,97 Meilen pro Stunde den Weltgeschwindigkeitsrekord für die < 1000cc Klasse eroberte (1962). "The World's Fastest Indian - Mit Herz und Hand" ist ein wunderbarer Film über seine Lebensphilosophie und Entschlossenheit: "Wenn Sie Ihren Träumen nicht folgen, dann können Sie genau so gut auch ein Gemüse ein." Ein weiterer Kiwi-Motorradfan war John Britten, dessen Motorrad im Jahr 1993 vier Geschwindigkeits-Weltrekorde brach. Beide verwendeten tatsächlich Nr. 8 Draht beim Bau ihrer Designs.
  • Wallace C. Footrot: Onkel Wal ist der stolze Eigentümer und Co-Star von "The Dog" (“Der Hund” - er hasst seinen echten Namen) in Murry Ball's "Footrot Flats" Comic-Büchern, die in den 70-80er Jahren ein grosser Erfolg waren. Es dreht sich alles um das typische neuseeländische Bauernleben mit seinen unmöglichen Situationen und einer auffallenden Ähnlichkeit mit der Realität. Dieser echte Kiwi ist ein bodenständiger Kerl, liebt das Baumfällen, geht gerne mit seiner Freundin aus (zum Fish n 'Chips Laden) und spielt Rugby mit seinen Kumpels. Die einzigen Tiere vor denen er sich fürchtet sind seine Katze “Horse” und eine Elster namens “Pew”.

Quelle für Bevölkerungsdaten: Statistik Neuseeland 

Siehe auch Maori in Neuseeland.

 
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